2017 / 13. August

Nachhaltig Wirtschaften? Geht nur durch nachhaltiges Führen


Schneller, höher, weiter … (Über-)ergeizige Ziele – in der Regel von oben diktiert – lassen kaum Zeit zum Durchschnaufen. Nachdenken? Ja, da gäbe es so einiges. Klimawandel, Ressourcenverknappung, tiefgreifende Störung grundlegender Ökosysteme und daraus resultierende Versorgungsrisiken … Aber wie gesagt: Die zumeist pekuniar geprägten Ziele treiben uns vor sich her. Es gilt schließlich das Vorjahresergebnis zu toppen. Gleichstand ist Rückschritt.

Vielen ist durchaus bewusst, dass unser aktuelles Wirtschaftssystem ökologische, soziale, aber auch ökonomische Gefahren erzeugt. „Das müsste eigentlich unsere Wirtschaftweise insgesamt, Alltags- und Konsumgewohnheiten und Mobilität verändern“, meint Klaus Krumme. Der Geschäftsführer des Zentrums für Logistik & Verkehr an der Universität Duisburg-Essen appelliert an die Supply Chainer: Green Logistics sei zwar in aller Munde, aber nun müssten endlich auch mögliche Beiträge für den notwendigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandlungsprozess herbeigeführt werden. Das SCM-Business gelte es im Spannungsfeld von Kooperation, Profit und Verantwortung neu zu positionieren.

In der Tat wird viel fabuliert, gemahnt und gewarnt: Wer sich nicht transformiert verliert. Bloß nicht den Anschluss verlieren. Also am besten schon morgens beim Zähneputzen den diffusen Begriff Disruption durchkauen. Das Problem dabei: Kaum einer vermag „Butter bei die Fische“ zu geben, wie der Norddeutsche sich auszudrücken pflegt, wenn er – leicht enerviert – nach Handfestem verlangt. Klaus Krumme bezieht nicht nur eine theoretische Position. Als einer der Impulsgeber des SCM-Gipfels EXCHAINGE wird er explizit herausarbeiten, wie sich beispielsweise Kosten- und Preisbedingungen korrigieren lassen, wenn soziale und ökologische Vorsorge zu notwendigen Elementen moderner Businessaktivitäten werden. Es gelte, kurzfristige KPI mit langfristigen Sustainability KPI zu verbinden. Im – theoretischen – Idealfall entfalte das Supply Chain Management gestaltende Kräfte, anstatt bloß zu reagieren.

Transformationen machen nicht vor Rohstoffbeschaffung, Produktion, Transport, Handel, Beschaffungs- und Konsumptionsmustern Halt. Vor allem aber nicht vor Führungsverhalten. Das wird allzu oft vergessen. Denn solange in klassischen Business Schools noch nach dem Motto „Money makes the world go round“ gelehrt wird, solange Verantwortung vollmundig gefordert, vielfach aber nicht wahrgenommen wird und solange Managementfehler überwiegend ohne Konsequenzen bleiben, dürfte es schwer fallen, soziale und ökologische Aspekte ernsthaft inden Unternehmen durchzusetzen. Nachhaltiges Wirtschaften kann aber nur unter nachhaltiger Führung gedeihen. Warten wir also darauf, bis auch Feigenblätter verwelkt sind. In diesem – theoretischen – Fall gibt es dann einen neuen qualitativen Maßstab für „Erfolg“: den messbaren KPI „Ethisches Handeln in der Supply Chain“.

Ich freue mich auf den Austausch auf der EXCHAINGE am 26. und 27. September 2017 in Frankfurt. Über Beiträge der Supply Chainer zum wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel im hier beschriebenen Spannungsfeld diskutiert Klaus Krumme mit Oliver Kaut (DHL Global Forwarding GmbH), Holger Michalka (Rittal GmbH), Michael Kuhndt (Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production/CSCP) und Nachhaltigkeitsexpertin Dr. Nadine Pratt.

Spannend sind auch die anderen Sessionen der EXCHAINGE: „Resilienz versus Effizienz: Stabilität durch flexible Supply Chains“, „Kultur zur digitalen Transformation“, „Open Innovation“ sowie „Digitale Souveränität“. Profitieren auch Sie von neuen Impulsen!

Gastbeitrag für die Exchainge: Sabine Ursel, Kommunikation I Presse I Netzwerk
Journalistin und Kommunikationsberaterin, Wiesbaden (Fokus Einkauf/Vertrieb) 

 

Save the Date: Fachkonferenz „EXCHAiNGE – The Supply Chainers’ Conference 2017“
26. + 27. September 2017
Frankfurt am Main (HOLM am Airport)

Detaillierte Informationen zur EXCHAiNGE 2017 und zu den Session-Themen „Kultur zur digitalen Transformation“, „Nachhaltiges Wirtschaften“, „Open Innovation in der Supply Chain“, „Digitale Souveränität“, „Resilienz vs. Effizienz“ und „Supply Chain Best Practices“: www.exchainge.de 

Online-Anmeldung: www.exchainge.de / Rubrik Anmeldung

Der Abdruck des EUROEXPO-Blogbeitrags ist honorarfrei, Text- und Bildmaterial stehen auf der EXCHAiNGE-Blogseite unter www.exchainge.de 

Belegexemplar erbeten an EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Joseph-Dollinger-Bogen 7, 80807 München, oder per E-Mail an annika.kagermaier@euroexpo.de

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