2019 / 9. Juli

BME: Neue Plattform #Procurement4Sustainability


Warten, bis der Kunde einen zum mehr Nachhaltigkeit „zwingt“? Kann man machen, sollte man aber besser nicht. Das Thema ist längst kein Selbstzweck mehr. Der Druck auf Produzenten, Lieferanten und Händler wächst enorm, und das ist gut so. Die öffentlichen Beschaffer machen es vor: Ausschreibungsverfahren bieten eine ganze Reihe Möglichkeiten zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten. Gut ist aber vor allem, dass der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME; Eschborn) das komplexe Thema jetzt anpackt und verschiedene „Mitmachformate“ bietet – übrigens nicht nur für Mitglieder.

Soziale und ökologische Herausforderungen sowie (gesetzliche) Anforderungen variieren je nach Sektor. Man kann sich am niedrigsten Level orientieren, an Mindeststandards und Labeln. Besser ist es freilich, eine belastbare Strategie „über alles“ zu entwickeln und sämtliche unternehmensinternen Prozesse sukzessive an nachhaltigen und ethischen Kriterien auszurichten. Dazu gehört es logischerweise auch, die eingebundenen Lieferanten zu fordern und konsequent zu sanktionieren, wenn nicht „konform“ agiert wird. Das Ganze ist zugegebenermaßen komplex und zuweilen unbequem, aber Aussitzen ist keine vernünftige Option. Vermeintlich bewährte Geschäftsmodelle geraten in Gefahr, wenn die Meta-Thematik (nicht: Problematik) „Nachhaltigkeit, CSR, Compliance, Ethik, Ressource-Management“ zögerlich angegangen wird. Wer zu lange zaudert, läuft länger hinterher … womöglich mit fatalen Folgen. 

Menschen und Unternehmen brauchen Vorreiter bzw. Vorbilder. Es gilt von Erfahrungen zu profitieren, die mutige und agile First Mover in die Fachöffentlichkeit tragen. Was lässt sich adaptieren? Welche Fehler sollte man tunlichst schon im Vorfeld vermeiden? Wie lassen sich Strategie und Umstellung von (Produktions-)Prozessen „rechnen“ (!) und bei Kunden, sprich im Markt, eindeutig positionieren?

Welcher Support wird eigentlich vom Einkauf konkret in Sachen Nachhaltigkeit erwartet? Ideal ist es, wenn der Einkauf das Thema proaktiv „vereinnahmt“, wenn er antizipieren kann und eigene Ideen einzubringen versteht, von denen alle internen Bedarfsträger profitieren. Fertige Konzepte fallen freilich nicht vom Himmel. Denkansätze gibt es viele. Aber wie lässt sich Erfolgversprechendes über alle Abteilungen hinweg kanalisieren und zu einem stimmigen anerkannten Maßnahmenpaket schnüren? Es braucht eine Plattform, auf der Strömungen, Trends, Bausteine abteilungs- und branchenübergreifend moderiert werden.


Der BME macht jetzt Nägel mit Köpfen

Der Verband bereitet das Thema Sustainability in verschiedenen Formaten auf und bietet diverse Möglichkeiten zur Mitwirkung. Im Mittelpunkt wie immer: Best Practice, Austausch, branchenübergreifendes Lernen von „Gut und Böse“. Wer sich hier nicht wiederfindet, darf sich gerne melden. Nichts ist in Stein gemeißelt. Und nie war ein Spruch wahrhaftiger als in unserer disruptiven Zeit: Aus Fehlern lernt man!

Derzeit auf der BME-Agenda:


. BME SUSTAINABILITY SUMMIT (28.-29.8.2019, Frankfurt)
#Procurement4Sustainability

28.8.2019 (Workshop-Tag, auch getrennt buchbar)
1:
Entwicklung und Implementierung einer Nachhaltigkeitsstrategie in Einkaufsorganisationen
2: Umfang und Grenzen der juristischen Pflichten für Unternehmen aus Corporate Social Responsibility und Nachhaltigkeit kennen und einsetzen
29.8.2019: BME-SUMMIT
mit Beiträgen von Airbus – Ashland Industries Deutschland – B.A.U.M. e.V. – Covestro – Deutsche Telekom – Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR)/Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft – KfW-Bankengruppe – Melitta – Teekanne – Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie etc.

Noch Marketingpakete buchbar: Christoph Kunz
Weitere Infos/Anmeldung: Sarah Baer
www.bme.de/sustainability 

. BME-FACHGRUPPE Nachhaltigkeit im Einkauf (für Mitglieder)
geleitet von Judith Richard; gestartet Anfang Juni 2019
Weitere Infos: Judith Richard

. LEITFADEN Nachhaltigkeit im Einkauf
erscheint zum Summit (ca. 60 Seiten); wird den rund 10.000 BME-Mitgliedern kostenlos zur Verfügung gestellt, um eine breite Öffentlichkeit zu erzielen und für die Themenstellung zu sensibilisieren.
Weitere Infos: Svea Oschmann


. BME-ZERTIFIZIERUNGSSYSTEM „Nachhaltige Beschaffung“ (in Planung)
dreistufig; in Anlehnung an die international gültige High-Level-Structure für ein ganzheitliches Managementsystem
Weitere Infos: Sarah Baer


. Schwerpunktthema „Nachhaltigkeit“ im BME-Magazin
BIP – Best in Procurement
Ausgabe 4 (Juli/August 2019)
Weitere Infos: 
Tobias Anslinger

www.bme.de


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